„Coming-out“ statt bloß „verkriechen bei Regenwetter“

Am 11. Oktober ist internationaler Coming-out Tag! Für das Coming-out von queeren Jugendlichen spielt das Wetter eigentlich zunächst keine Rolle. Doch vielleicht finden sich ja sogar Chancen in der dunklen Jahreszeit!

Einer der wichtigsten Faktoren für ein erfolgreiches Coming-out von queeren Jugendlichen sind vorurteilsfreie Gesprächspartner_innen. Es braucht zu Beginn eine Person, der sich die Jugendlichen anvertrauen können, ohne befürchten zu müssen, etwa nicht ernst genommen oder gar angefeindet zu werden. Ebenso ist es wichtig, dass die Jugendlichen sich sicher sein können, dass das Gesagte vertraulich behandelt wird.

Oft wählen Jugendliche Vertrauenspersonen im Coming-out aus, von denen sie eine positive Reaktion erwarten. Es erscheint also sinnvoll, Jugendlichen gegenüber Signale zu senden, die mit Bezug auf sexuelle und geschlechtliche Vielfalt aussagen „ich kenne mich aus, ich nehme euch ernst, ihr könnt mir vertrauen“.

Und hier kommt das Regenwetter ins Spiel:

Es gibt kaum eine bessere Jahreszeit, um z. B. das Jugendzentrum oder Aufenthaltsräume (am besten gemeinsam mit den Jugendlichen) umzugestalten. Schon ein oder zwei Poster oder eine Regenbogenfahne können Signalwirkung haben! Noch besser ist es, die Jugendlichen direkt mit einzubeziehen und mit ihnen darüber ins Gespräch zu kommen, warum es wichtig ist, solche Signale zu senden. Ideal ist es, wenn es gelingt, im Team 1 oder 2 Ansprechpartner_innen für das Thema zu designieren, die immer wieder vermitteln, dass sich Jugendliche diesbezüglich an sie wenden können.

Noch besser kann für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt sensibilisiert werden, indem man spielerisch oder über Workshops mit den Jugendlichen zu dem Thema arbeitet. Es findet sich dazu auch Literatur, die sehr viele gute Methoden vorstellt.

Vielleicht gelingt es euch ja in der dunklen Jahreszeit einige Jugendliche aus ihrem Versteck zu locken. Ihr tut ihnen damit sicher etwas Gutes, denn Geheimnisse, Schamgefühle und die Angst enttarnt zu werden, lasten schwer auf ungeouteten queeren Jugendlichen.

Jugendliche haben ein Recht darauf, sich zu verlieben, zu schwärmen, dies auszuleben und erste Erfahrungen zu machen, doch Frühlingsgefühle können queere Jugendliche erst genießen, wenn sie sie nicht mehr verheimlichen müssen.

Die Landesfachstelle Hessen „Queere Jugendarbeit“ bietet ein Beratungsangebot für ehren- und hauptamtlich Aktive aus der Jugendarbeit.

Die Landesfachstelle Hessen „Queere Jugendarbeit“ wird gefördert durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration im Rahmen des Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt.