Besuch beim JungLesben-Treff

Ein Bericht von Patrick Haas aus der Landesfachstelle Hessen „Queere Jugendarbeit“.

Am 25.02.19 besuchte ich den JungLesben Treff (JuLe), der in Trägerschaft des Vereins „Lesben Informations- und Beratungsstelle (LIBS) e.V. ist. Elke Kress und Nicole Lormes begrüßten mich und nahmen mich herzlich in Empfang. Der JuLe-Treff befindet sich zentral in der Frankfurter Innenstadt, nur ein paar Gehminuten von der Konstablerwache entfernt in der Alten Gasse 38. Der Eingang liegt etwas versteckt in einem Hinterhof, das Schild an der Hauswand und die Beachflag vor der bunten Tür verraten aber schnell, dass du hier richtig bist.

Die Räume des JuLe-Treffs befinden sich in einer alten Industriewerkstatt, die vormals unterschiedlich genutzt wurde. Der große hohe Raum versprüht mit seinen Backsteinwänden und an der Decke hängenden Rohren Industriecharme. Eingerichtet ist es sehr gemütlich mit Tischkicker, Sofaecke, einem Beamer, Musikanlage und einem großen Tisch und einer Küche.

Elke Kress erzählte mir, dass das LIBS seit seinen Anfängen Angebote für lesbische Mädchen* und junge Frauen* zur Verfügung gestellt hat und somit eine Lücke im Versorgungsangebot füllen wollte. Es gehe dabei darum, den Mädchen* und jungen Frauen* einen geschützten Freiraum zur Verfügung zu stellen und einen Ort für Selbstermächtigung zu schaffen, in dem sich die Mädchen*, junge Frauen* und Transgender ausprobieren können und in Austausch miteinander kommen. In der Arbeit mit Mädchen* und jungen Frauen* sei es wichtig, so Nicole Lormes, heterosexistische Gesellschaftsstrukturen zu thematisieren und Mädchen* und jungen Frauen*  so die Möglichkeit zu geben, ihre Erfahrungen auch strukturell  einordnen zu können.

Der JuLe-Treff sei gut besucht, verriet mir Elke Kress. Etwa 16  Mädchen* und jungen Frauen* bilden das Stammpublikum. Die Angebote des Treffs können die Mädchen* und junge Frauen* selbst mitbestimmen und reichen von der Herstellung von Buttons und Seife, gemeinsamen Austausch, kreativem Malen bis über die Teilnahme an politischen Aktionstagen wie beispielsweise dem V-Day (weltweiter Aktionstag gegen Gewalt an Mädchen* und Frauen*), dem internationalen Mädchen*tag, Thementagen, wie zum internationalen Frauen*tag, an dem sich auf die Spuren von feministischen Kämpfen bis zu aktuellen mädchen*_frauen*_lesben*_queer-politischen Interventionen gemacht wird oder Empowerment- und Selbstbehauptungsworkshops.

Um dem Großstadtalltag im Sommer für ein paar Tage zu entfliehen bietet der JuLe-Treff zudem eine jährliche Ferienfreizeit an. Im letzten Jahr ging es in das nordische Juwel Kopenhagen um Smørrebrød zu genießen, die Freistadt Christiana zu entdecken und mit dem Fahrrad die Gegend zu erkunden.

Im selben Haus befinden sich dann auch die Beratungsräume von LIBS e.V., wo  Mädchen*, Frauen* und Transgender über Fragen rund um das Thema lesbische Identität, Sexualität, Diskriminierung und Regenbogenfamilien beraten werden. Die seit 1992 langjährig aufgebaute Beratungskompetenz kann so gewinnbringend in die pädagogische und psychosoziale Arbeit mit eingebracht und im umgekehrten Fall die  Mädchen*,  jungen Frauen* und Transgender schnell an kompetente Stellen im Haus vermittelt werden.

Wenn ihr jetzt noch Fragen habt, dann könnt ihr eine Mail jule@libs.w4w.net schreiben oder ihr besucht einfach die Homepage des JuLe-Treff: http://juletreff.tumblr.com/

Das Angebot des JuLe-Treff richtet sich an 14-25 jährige lesbische, bisexuelle, pansexuelle und queere Mädchen* und junge Frauen*, Transgender, die sich auch in Mädchen* und junge Frauen* verlieben sowie Mädchen* und junge Frauen*, die fragend und suchend in Bezug auf ihre sexuelle und/oder geschlechtliche Identität bzw. Selbstdefinition sind.

Die Öffnungszeiten sind derzeit von Mi-Fr von 14-19 Uhr.  Zusätzlich findet die Leslie-Gruppe für die 18-25jährigen immer donnerstags zwischen 19.00 und 21.30 Uhr statt.

Die Landesfachstelle Hessen „Queere Jugendarbeit“ wird gefördert durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration im Rahmen des Aktionsplans für Akzeptanz und Vielfalt.