Besuch des Queeren Jugendzentrums KUSS41

Ein Bericht von Patrick Haas aus der Landesfachstelle „Queere Jugendarbeit“ Hessen

Am 31.10.18 besuchte ich das Queere Jugendzentrum KUSS41, das in Trägerschaft des Vereins our generation e.V. ist. Ich wurde vom Team des Jugendzentrums, bestehend aus den beiden Leitungen Oliver König und Alisa Weidinger und der Sozialarbeiterin im Anerkennungsjahr Anne-Katharina Lind, herzlich in Empfang genommen. (Zum 01.11.18 wurde das Team zudem um Francisco Küfer erweitert.)

Betritt man das KUSS41 eröffnet sich einem ein sehr gemütlicher Anblick. Das Jugendzentrum erinnert an ein Café oder eine Bar mit Thekenbetrieb. Es gibt im 80qm großen Hauptraum 15 Tische mit 45 Sitzgelegenheiten die zum Verweilen, Quatschen und Wohlfühlen einladen. Zusätzlich gibt es noch einen kleinen Gruppenraum mit 20qm mit TV und Spielkonsolen sowie 3 Tischen und 8 Sitzgelegenheiten.

Oliver erzählte mir von den Anfängen des KUSS41 in 2010, als dieses als lesbisch-schwules-bisexuelles Jugendzentrum gegründet wurde. In den Folgejahren hätte sich herausgestellt, dass sich die Diversität der sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten nicht in der Angebotsstruktur des Jugendzentrums wiederspiegelten. Es gab vermehrt den Wunsch von Trans*Jugendlichen und Intersex*Jugendlichen, ein eigenes Angebot wahrnehmen zu können. Das KUSS41 hätte diesen Wunsch aufgegriffen und Treffen für beide Gruppen eingerichtet, so Oliver. Im Laufe der Zeit kam dann auch noch ein A*Treff für Asexuelle und Aromantische hinzu.

Alisa erklärte mir, dass im KUSS41 viele verschiedene Jugendliche ihren Raum finden können, aber alle die Philosophie vereint, sich gegenseitig zu respektieren und sich gegenseitige Hilfe zuteilwerden zu lassen. So gäbe es zwar die verschiedenen Angebote und Treffs, aber auch die gemeinsamen offenen Café-Abende wo alle in einem lockeren Rahmen zusammenkommen. Daraus ergeben sich dann meist lustige und ungezwungene Abende, wo aber ebenfalls die Möglichkeit genutzt wird, über eigene Diskriminierungen zu reden und sich gemeinsam Rückhalt zu geben.

Im KUSS41 können die Jugendlichen in einem nicht-heteronormativen Rahmen endlich mal so sein wie sie sind und werden voll und ganz angenommen. Dieser Rahmen schafft die Möglichkeit für Erfahrungen der Selbstermächtigung und schöne gemeinsame Erlebnisse, so Alisa.

Auch gesellschaftspolitische Themen und Bildungsprogramme finden im KUSS41 ihren Platz. Der CSD Frankfurt wird von den jugendlichen Besuchenden zum Teil tatkräftig unterstützt. Ebenfalls ist das SCHLAU-Projekt Frankfurt an das KUSS41 angegliedert.

Wenn ihr jetzt noch Fragen habt, dann könnt ihr euch gerne bei mir melden oder dem KUSS41 einfach mal einen Besuch abstatten. Es lohnt sich!

Die Öffnungszeiten des Cafés sind Dienstag von 18-22 Uhr und Freitag von 17-22 Uhr.

Außerdem gibt es verschiedene Treffs und Projekte, die ihr auf der Website des KUSS41 finden könnt: http://www.kuss41.de/